geförderte Projekte

Wie schützt der Mensch sich vor sich selbst?

Die gegenwärtig in vielen Teilen der Welt zu beobachtende Rückkehr von Aggression, Destruktivität und Lüge in Politik und Gesellschaft zeigt, dass die größte Gefährdung der Zukunft der Menschheit er selbst und sein Missbrauch von technisch und autokratisch gesteigerter Macht ist. Mündet die expansive Moderne in eine ökologische und militärische Selbstzerstörung? Ist der Mensch überhaupt friedensfähig? Sind die Nachhaltigkeitsideen von Suffizienz, intelligenter Selbstbegrenzung und global-intergenerativer Verantwortung schon aus anthropologischen Gründen illusionär? Welches Menschenbild liegt dem christlich-humanistischen Gesellschaftsmodell zugrunde? Ist es angesichts digitaler Entmündigung und heutiger humanwissenschaftlicher Erkenntnisse überhaupt zukunftsfähig?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Stiftung kulturelle Erneuerung seit langem. Sie sind auch Gegenstand des aktuellen wissenschaftlichen Projekts „Wie schützt der Mensch sich vor sich selbst?“. Im Mittelpunkt stehen dabei anthropologische, philosophische, religiöse und sozialethische Aspekte. Die Federführung des Projekts hat der Umwelt- und Sozialethiker Markus Vogt von der Ludwig-Maximilians- Universität München. Als weitere Wissenschaftler wirken die Kulturphilosophin Barbara Schellhammer von der Hochschule für Philosophie München sowie der Wissenschaftshistoriker und Direktor am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Jena Jürgen Renn mit. Zum Thema geplant sind zahlreiche Workshops, interdisziplinäre Seminare, Vorlesungen, Konferenzen, Publikationen sowie eine Zusammenarbeit mit dem Münchner Residenztheater.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Den Auftakt bildete ein Workshop am 20. November 2025 zur Präzisierung und Eingrenzung der Fragestellung.