„Wir sind Erde“ - Musik Gregor A. Mayrhofer

13. November 2022

Philharmonie Berlin

13. November 2022

Philharmonie Berlin

2020 beauftragte die Stiftung kulturelle Erneuerung Gregor A. Mayrhofer, ein Oratorium zur Umweltenzyklika von Papst Franziskus „Laudato si‘“ zu komponieren. Gregor Mayrhofer, Jahrgang 1987, hat bereits ein umfangreiches musikalisches Oeuvre geschaffen. Unter den inzwischen etwa hundert Kompositionen finden sich Werke für Orchester, Kammermusikensembles, Vokalensembles, Solowerke für einzelne Instrumente, sowie diverse Jazz Kompositionen. 2018 komponierte er für die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker das Insect Concerto, um auf das weltweite Insektensterben hinzuweisen. 2021 folgte das Recycling Concerto, ein Konzert für Recycling-Perkussion und Orchester, mit dem Mayrhofer das Müllproblem thematisiert.

Gregor Mayrhofer studierte Komposition und Dirigieren an der Musikhochschule München, am Pariser Konservatorium, an der Musikhochschule Düsseldorf sowie an der Juilliard School in New York. 2017 wurde er von Sir Simon Rattle als Assistent zu den Berliner Philharmonikern geholt. Dort assistierte er namhaften Dirigenten wie. Kiril Petrenko, Teodor Currentzis, Mariss Jansons und François Xavier-Roth. Als Dirigent arbeitet er unter anderem mit dem Orchester der Bayerischen Staatsoper, dem SWR Symphonieorchester, MusicAeterna, Britten Sinfonia, dem Lucerne Festival Academy Orchestra, dem Belgrade Philharmonic Orchestra, den Münchner Symphonikern, der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, der Württembergischen Philharmonie Reutlingen und dem Münchner Kammerorchester. Eigene Uraufführungen dirigierte er mit dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker und dem Ensemble Intercontemporain in der Kölner und Pariser Philharmonie. Ferner leitete er Konzerte mit dem Ensemble Ascolta, Ensemble Proton Bern, Hong Kong New Music Ensemble und Solisten wie Daniil Trifonov, Georg Nigl, Patricia Kopatchinskaja und Julian Prégardien.

Als Pianist tritt Gregor Mayrhofer mit seinem Bruder im Duo Imbrothersation auf, wofür er 2008 mit dem Tassilo Kultur Preis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet wurde. 2017 erhielt er den Charles Schiff Conducting Award sowie 2018 den Bayerischen Kunstförderpreis. 

„Wir sind Erde“ - Text Markus Vogt

13. November 2022

Philharmonie Berlin

13. November 2022

Philharmonie Berlin

Mit der Erstellung des Librettos für das Oratorium „Wir sind Erde“ beauftragte die Stiftung kulturelle Erneuerung Markus Vogt, Professor für Christliche Sozialethik an der Ludwig Maximilians Universität München. .Seine Aufgabe war, die teilweise oft sehr wissenschaftlich oder dogmatisch formulierten Botschaften der Enzyklika „Laudato si‘“ in eine musikalisch umsetzbare Sprache zu transformieren. Markus Vogt hat sich in verschiedenen Funktionen intensiv mit der Enzyklika auseinandergesetzt. Außerdem ist er ein ausgewiesener Experte im Bereich Nachhaltigkeit, Umweltethik und Gerechtigkeit.

Markus Vogt, Jahrgang 1962, studierte Theologie und Philosophie in München, Jerusalem und Luzern. Von 1992 bis 1995 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung. Seit 1995 berät er die Deutsche Bischofskonferenz in ökologischen Fragen. Von 1998 bis 2007 hatte er eine Professur für Christliche Sozialethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern inne und leitete die dort von ihm gegründete Clearingstelle „Kirche und Umwelt“. 2007 wurde er an den Lehrstuhl für Christliche Sozialethik der Universität München berufen. 2011/2012 bekleidete er eine Forschungsprofessur am Rachel Carson Center for Environment and Society, dessen Permanent Fellow er bis heute ist. Seit 2016 ist er ferner Mitglied, zeitweise auch Sprecher des Sachverständigenrates Bioökonomie der Bayerischen Staatsregierung. 2017 wurde ihm der Economy and Society Award der päpstlichen Stiftung „Centesimus Annus Pro Pontifice“ (CAPP) und 2018 die Staatsmedaille für herausragende Verdienste um die Umwelt vom Bayerischen Umweltministerium verliehen. 2021 erschien sein umfassendes Werk "Christliche Umweltethik. Grundlagen und zentrale Herausforderungen".

„Wir sind Erde“ Weltliches Oratorium zur Umweltenzyklika „Laudato si‘"

13. November 2022

Philharmonie Berlin

13. November 2022

Philharmonie Berlin

Inspiriert durch die Enzyklika von Papst Franziskus zur Umwelt „Laudato si‘ – über die Sorge für das gemeinsame Haus“ aus dem Jahr 2015 hat die Stiftung kulturelle Erneuerung ein Oratorium in Auftrag gegeben, das die Botschaft des Papstes musikalisch umsetzen soll. Dadurch sollen noch mehr Menschen für die drängenden Probleme des Klimawandels, der Umweltzerstörung und der sozialen Spaltung sensibilisiert werden. Entstanden ist ein Werk für vier Solisten, Chor und Orchester.

Das Oratorium kreist um die Begegnung unterschiedlicher Weltsichten, die durch vier Protagonisten verkörpert werden: einen Dataisten (hoher Tenor), der ganz auf technische Problemlösungen setzt, eine Humanistin (Sopran), die für die moralischen Maximen der Menschlichkeit wirbt, eine Theistin (Alt), die überzeugt ist vom Sein jenseits des Messbaren und von der Führung durch eine höhere Instanz, sowie einen Skeptizisten (Bass), der an der Menschheit und deren Umgang mit den aktuellen Krisen zweifelt. 

Wie in der Enzyklika wird auch im Oratorium die Auffassung vertreten, dass nur Dialog und Zusammenwirken verschiedener Religionen, Wissenschaften und Kulturen nachhaltige Veränderungen bewirken können. Hinzu kommt die Einsicht, dass die äußeren Katastrophen die inneren Katastrophen des Menschseins widerspiegeln. Da die Menschen mit ihren Wirtschafts- und Lebensweisen Ursache der globalen Probleme sind, müssen sie auch deren Lösung sein. Diese liegt - ganz nach dem Motto „Wir sind Erde“ - in einem neuen Bündnis zwischen Menschheit und Umwelt, in dem die Pflege von Ökologie und Gemeinwohl einen hohen Stellenwert hat. 

Das Werk wurde komponiert von Gregor Mayrhofer. Das Libretto verfasste Markus Vogt.

Die Uraufführung findet am 13. November 2022 in Berlin statt.

150 Jahre Hochschule für Musik Weimar: Barockfest

Samstag, 25. Juni 2022, 17.00 Uhr

Am Schießhaus, Weimar

Samstag, 25. Juni 2022, 17.00 Uhr

Am Schießhaus, Weimar

Im Juni 2022 begeht die Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar ihr 150. Jubiläum, das mit zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen vom November 2021 bis November 2022 gefeiert wird. Höhepunkt ist die Festwoche im Juni, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht. Den Abschluss der Festwoche bildet das Barockfest "Von Elementen, Inventionen und Affekten" mit Musik und Tanz, das vom Institut für Alte Musik der Hochschule veranstaltet wird und bei dem konzertante Musikaufführungen mit Barocktanz verwoben werden. Im Mittelpunkt steht die Musik der Renaissance und des Barock, die von Studierenden der historischen Tasten- und Streichinstrumente sowie auch der Blockflöte der Musikhochschule sowie Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar zu Gehör gebracht wird. Die Konzeption stammt von dem Dozenten für Historischen Tanz Bernd Niedecken, der auch die Gesamtleitung innehat.

Sustainable Listening I

9. Juni 2022

Staatsoper Unter den Linden, Apollosaal 21.00 Uhr

9. Juni 2022

Staatsoper Unter den Linden, Apollosaal 21.00 Uhr

Sustainable Listening ist eine neue Diskurs-und Konzertreihe der Staatsoper Unter den Linden, die sich aktuellen Umwelt- und Klimafragen widmet. Mit einer Kombination von Beiträgen der Kunst und Wissenschaft sollen vor allem junge Menschen für die drängenden Probleme unserer Zeit sensibilisiert werden. Eine begehbare Klimakapsel wird zum Ort für Impulse, Austausch und Teilhabe mit Klimaexpert:innen, Aktivist:innen und Visionär:innen in Form von Workshops, Vorträgen, Gesprächen.  DJ und Drinks laden zum Austauschen, Vernetzen und Verweilen ein.

Im Mittelpunkt steht die Konzertperformance des Orchester des Wandels, bestehend aus Musiker:innen der Berliner Staatskapelle. Zum Auftakt der neuen Reihe verschmilzt Musik verschiedener Epochen mit Live-Elektronik der Gebrüder Teichmann. Darüber hinaus erläutert die Ozeanexpertin Anja Engel, Professorin für Biologische Ozeanographie am GEOMAR in Kiel, woher die gegenwärtigen Umwelt-und Klimaprobleme kommen und wie sie gelöst werden könnten.

10. Klimakonzert: GLETSCHERWELTEN IM HEIZKRAFTWERK

24. Mai 2022

Kraftwerk Berlin, 19.00 Uhr

24. Mai 2022

Kraftwerk Berlin, 19.00 Uhr

Im Rahmen ihres zehnten Klimakonzerts entführt das Orchester des Wandels bestehend aus Musiker:innen der Berliner Staatskapelle die Zuhörer in faszinierende, in ihrem Bestand bedrohte Gletscherlandschaften: Sie begleiten den Stummfilm "Die weiße Hölle des Piz Palü" nach der Musik von Ashley Irwin. Der Stummfilm von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst, in dem unter anderem die Schauspielerin Leni Riefenstahl und der Flieger Ernst Udet mitwirken, wurde 1929 uraufgeführt. Die Originalfassung war bis 1996 verschollen. Der wieder entdeckte Film wurde daraufhin neu aufbereitet und mit einer neuen Filmmusik - diesmal komponiert von Ashley Irwin - unterlegt.

Für ihr zehntes Klimakonzert bespielen die Musiker*innen der Staatskapelle Berlin einen Ort Berliner Industriegeschichte: Das ehemalige Heizkraftwerk Mitte. Versorgte es die Menschen lange Zeit mit Wärme ist es heute ein überwältigender Raum, in dessen spürbarer Energie die Künstler der Staatskapelle gemeinsam mit dem Dirigenten Frank Strobel die eindrucksvollen Gletscherlandschaften von vor 100 Jahren zu neuem Leben erwecken werden.

Der Erlös des Klimakonzerts kommt unter anderem der Renaturierung des Auenwalds in Moldawien zugute, die durch die wenig nachhaltige Landwirtschaft und den voranschreitenden Klimawandel ernsthaft bedroht sind. Die Schwemmgebiete des Pruth, eines Nebenflusses der Donau sowie die angrenzenden Auenwälder sind sowohl für die regionale Süßwasserversorgung als auch als Vogelbrutgebiete von großer Bedeutung.

 

Uri Caine - Composer in Residence 2022

1. Mai 2022, 10.00 Uhr

Georgenkirche, Eisenach

1. Mai 2022, 10.00 Uhr

Georgenkirche, Eisenach

Seit dreissig Jahren bewahren die Thüringer Bachwochen nicht nur das Erbe Johann Sebastian Bachs sondern übersetzen ihn in die heutige Zeit und vermitteln ihn dadurch einem breiten Publikum. In den kommenden Jahren verfolgen sie ein ambitioniertes Projekt. Komponisten und Komponistinnen sind eingeladen, neue Kantaten zu komponieren - und zwar unter Bachschen Bedingungen: So wie Bach ab 1723 jede Woche eine neue Kantate präsentierte, werden die "composer in residence" in einer Woche eine Kantate komponieren, im Bachland Thüringen und zur Uraufführung an einem Bachschen Ort.

Den Auftakt macht der New Yorker Pianist und Komponist Uri Caine, der sowohl im Jazz als auch in der Klassik beheimatet ist und sich seit vielen Jahren mit der Übersetzung klassischer Musik in die Moderne beschäftigt. Seine Hommagen an Mahler und Wagner bewegen sich in den Grenzbereichen von Klassik, Jazz und neuer Musik. Nun stellt er sich der Herausforderung des Komponierens unter Zeitdruck und wird dabei auch Einblicke in seine Werkstatt gewähren. Die Uraufführung ist am 1. Mai in Eisenach in der Georgenkirche.

Darüber hinaus sind im Jubiläumsjahr renommierte Interpreten im Programm zu finden. Zu den großen Namen gehören die Starpianisten Daniil Trifonov und Pierre-Laurent Aimard, Tanja Tetzlaff, das Freiburger BarockConsort, Cembalist Kristian Bezuidenhout sowie das Amsterdamer Orchester des 18. Jahrhunderts. Das gesamte Programm der Thüringer Bachwochen, die vom 8. April bis zum 1. Mai 2022 an den authentischen Bachorten in Thüringen stattfinden und in denen Bach nicht nur musiziert, sondern auch getanzt, inszeniert, arrangiert oder mit neuen Texten versehen wird, finden Sie hier.

Mit Kunst Ökonomie transformieren - Bilanz 2021

Seit 2019 fördert die Stiftung kulturelle Erneuerung das Projekt "Orientierung und Aufbruch in Krisenzeiten - Mit Kunst Ökonomie transformieren" der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung. 2021 wurde ein eigens der Imagination und Bildlichkeit gewidmetes Forschungscluster gebildet, in dem der Einfluss von  Vorstellungskraft und daraus resultierender Bildlichkeit auf ökonomische Veränderungen systematisch erforscht werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Bedeutungen Imaginationen, Narrative, Bilder etc. in der Gestaltung der Wirtschaft haben, wie sie sich neugestalten lassen und welche Verantwortung sowie Potentiale darin für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung liegen.

Daraus sind im letzten Projektjahr weitere größere Forschungsprojekte entstanden, wie das Projekt "New Imaginative Economies", das durch die Volkswagenstiftung gefördert wird. Darüber hinaus wurden die Erkenntnisse aus dem Projekt unmittelbar in die Lehrpraxis und in den öffentlichen Diskurs eingebracht. So konnte im Wintersemester 2020/2021 ein neuer Studiengang "Ökonomie - Imagination- Zukunftsgestaltung" eingerichtet werden, der inzwischen akkreditiert und staatlich anerkannt ist. Ferner wurde schwerpunktmäßig damit begonnen, die Kunst als tatsächliche transformative Praxis in die Lehre zu integrieren, so dass nicht mehr nur ein Forschen über sie sondern auch mit ihr erfolgt. Diesen Ansatz will die Cusanus Hochschule in den nächsten Jahren weiterentwickeln und dabei insbesondere in der Lehre mit Kunsthochschulen und Hochschulen für Design sowie mit Vertreter:innen der Kunstpädagogik kooperieren.

Über die einzelnen Aktivitäten informiert der Projektbericht 2021.

 

 

 

anders wachsen-Modellgemeinde - Bilanz 2021

Die christliche anders wachsen-Modellgemeinde will in der Praxis zeigen, dass Alternativen zu den herrschenden nicht nachhaltigen Lebensweisen möglich sind, von der Frömmigkeit über den Gemeindeaufbau bis zu den praktischen Lebensvollzügen. Umgesetzt wird dies derzeit in der Dresdner evangelischen Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas. Seit September 2019 wird die Gemeinde auf ihrem Weg zu nachhaltigeren Lebensweisen von der Theologin und Projektleiterin Juliane Assmann begleitet. Angeboten werden unter anderem religiöse Veranstaltungen zum Thema Entschleunigung, Netzwerke alternativen Wirtschaftens, Bildungsprogramme zu Möglichkeiten solidarischen Lebens und Wirtschaftens sowie Ansätze nachhaltiger Beschaffung.

So wurde 2021 die Ausstellung „Damit die Saat aufgeht“ präsentiert, die christliche Glaubenssätze mit praktischen Herangehensweisen aus der heutigen Welt verknüpft. Einige davon hat „anders wachsen“ selbst umgesetzt: Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Initiative wurde nicht nur ein Inspirationstag gefeiert, sondern auch ein Grundeinkommen verlost. Die Gewinnerin wird nun durch das Jahr begleitet und ist regelmäßig im Podcast zu hören. Was ein Grundeinkommen mit dem christlichen Glauben zu tun hat, wird immer wieder im Gottesdienst in der Predigt reflektiert, so zuletzt in einer Predigtreihe zu Geld und Verteilung in der Bibel. Aber auch online sind diese Predigten zu finden.

Im Rahmen von Ideenwerkstätten konnten sich die Gemeindemitglieder und andere Bürger:innen des Stadtteils beteiligen und den Fragen nachgehen, wie Kirchgemeinden gerecht und nachhaltig leben können und welche Möglichkeiten bestehen, mit Geld umzugehen, die nicht auf Leistung und Produktivitätssteigerung basieren. „Ziel ist es“, so Juliane Assmann, „Hoffnungsort für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit zu werden und die christliche Verheißung vom Reich Gottes, von Frieden, Gerechtigkeit und Freude aus dem Heiligen Geist nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten zu verkünden. Die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Lockdown haben Türen für neue Ansätze aufgestoßen, wodurch ein Kairos für ‚anders wachsen‘–Fragen entstanden ist.“ Nicht alle Gemeindeglieder waren jedoch offen für so viel Neues. In den Gesprächsrunden in der ursprünglich am Projekt teilnehmenden Kirchgemeinde „Frieden und Hoffnung“ wurde kritisiert, dass die Kirchgemeinde schon vor dem Projekt "anders wachsen" einen beträchtlichen Teil ihrer Beschaffung nachhaltig umgestellt habe, so dass dieses überflüssig sei. Zuletzt sahen viele Gemeindemitglieder „anders wachsen“ so kritisch, dass die Projektleiterin entschied, sich auf die Kirchgemeinde "Johannes-Kreuz-Lukas" zu konzentrieren, in der mehr Gestaltungsraum vorhanden war.

In dieser Kirchgemeinde bestand eine der eingebrachten Ideen darin, neben den bereits aufgestellten FairTeiler zum Lebensmitteltausch auch einen Gabenschrank hinzustellen, in dem kleine Gegenstände weiterverschenkt werden können. Auf der Teilwand neben dem Kirchsaal können Menschen größere Gegenstände suchen oder verschenken, wie zuletzt ein Klavier.

Der Gemeindegarten, der von Kindergarteneltern eingerichtet wurde und weiterhin gepflegt wird, ist inzwischen Ausgangspunkt für weitere Gemeindeaktivitäten geworden. Die Gemeindepädagogin hat einen offenen Gartentreff sowie eine Entdeckerzeit für Kinder eingerichtet, um den Stadtteil zu erkunden und einander im lockeren Rahmen besser kennenzulernen. Diese Wiedervereinnahmung des nachbarschaftlichen Raums wird auch durch die Spaziergänge durch den „essbaren Stadtteil“ verstärkt: Hier werden Pflanzen gezeigt, die mitten in der Stadt wachsen und trotzdem essbar sind.

Derzeit arbeiten der Pfarrer und die Projektleiterin daran, die „anders wachsen“-Aktivitäten für den gesamten Stadtteil zu öffnen. Der Fokus soll nicht mehr nur auf der Kirchgemeinde liegen, sondern auf dem Gemeinwohl in der Johannstadt.

17 Ziele - Welt in Not

Das vom Autor, Musikproduzenten und Musiklehrer Peter van Ham komponierte Lied über die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele wird immer populärer. In Frankfurt am Main haben 14 Klassen der Textorschule das Lied für die Kinderversion eingesungen – nacheinander, wegen Corona – und am Ende wurde das Ganze zu einem Chor von 400 Schülerinnen und Schülern zusammengefügt und als CD herausgebracht. Die CD enthält fünf Versionen von „Siebzehn Ziele - Welt in Not“, gesungen von Tonii und den Textor Kids. Drei deutsche, eine französische und eine Playback-Version zeigen den Einsatz der jungen Generation für unseren Planeten.

Darüber hinaus gelang es Peter van Ham, den Musiker Sting zur Freigabe seines Lieds "Message in a Bottle" aus dem Jahr 1979 zu bewegen, da kein anderes Lied so gut zur Rettung der Weltmeere passt. Die aktuelle Version wird untermalt von Meeresgeräuschen von der US-Sängerin Tara Louise gesungen.