Von Steinen und Menschen

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg gelegen zwischen Nürnberg und Prag erinnert an einen Ort, dessen Granitreichtum Anlass der Errichtung eines Zwangsarbeitslagers durch die Nationalsozialisten war. Der Steinbruch „Wurmstein“, in dem die KZ-Insassen Zwangsarbeit leisten mussten, wurde 2024 der Gedenkstätte Flossenbürg zugeordnet. Die Künstlerin und Kulturmanagerin Beatrice Voigt hat ein Konzept für ein transformatorisches Ausstellungs-, Aktions- und Bildungsprojekt entwickelt, das den Steinbruch zum integralen Bestandteil der Gedenkstätte macht.

Ziel des Konzepts "Von Steinen und Menschen" ist, die Entwürdigung von Mensch und Natur offenzulegen und die einschneidenden Verletzungen sowohl der Internierten als auch des Steinbruchs „Wurmstein“ im Sinne einer Bewahrung und Transformation von Leid zu thematisieren. Mensch und Stein, die Rolle des Menschen als Teil der Natur sowie als Gestalter von Kultur sollen neu zueinander in Beziehung gesetzt werden. Versöhnung und Frieden, Würde und Gerechtigkeit, Empathie und Respekt sollen in multimedialer Vielfalt vor Ort wahrnehmbar, erfahrbar und gestaltbar werden. Das Konzept enthält unter anderem Vorschläge zu internationalen Steinbildhauersymposien, die durch gemeinschaftliches Arbeiten im Steinbruch „Wurmstein“ eine transformierende und heilende Qualität in die Landschaft einbringen und von Vorträgen, Diskussionen und Seminaren für unterschiedliche Altersgruppen begleitet werden.

Wie schützt der Mensch sich vor sich selbst?

Die gegenwärtig in vielen Teilen der Welt zu beobachtende Rückkehr von Aggression, Destruktivität und Lüge in Politik und Gesellschaft zeigt, dass die größte Gefährdung der Zukunft der Menschheit er selbst und sein Missbrauch von technisch und autokratisch gesteigerter Macht ist. Mündet die expansive Moderne in eine ökologische und militärische Selbstzerstörung? Ist der Mensch überhaupt friedensfähig? Sind die Nachhaltigkeitsideen von Suffizienz, intelligenter Selbstbegrenzung und global-intergenerativer Verantwortung schon aus anthropologischen Gründen illusionär? Welches Menschenbild liegt dem christlich-humanistischen Gesellschaftsmodell zugrunde? Ist es angesichts digitaler Entmündigung und heutiger humanwissenschaftlicher Erkenntnisse überhaupt zukunftsfähig?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Stiftung kulturelle Erneuerung seit langem. Sie sind auch Gegenstand des aktuellen wissenschaftlichen Projekts „Wie schützt der Mensch sich vor sich selbst?“. Im Mittelpunkt stehen dabei anthropologische, philosophische, religiöse und sozialethische Aspekte. Die Federführung des Projekts hat der Umwelt- und Sozialethiker Markus Vogt von der Ludwig-Maximilians- Universität München. Als weitere Wissenschaftler wirken die Kulturphilosophin Barbara Schellhammer von der Hochschule für Philosophie München sowie der Wissenschaftshistoriker und Direktor am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Jena Jürgen Renn mit. Zum Thema geplant sind zahlreiche Workshops, interdisziplinäre Seminare, Vorlesungen, Konferenzen, Publikationen sowie eine Zusammenarbeit mit dem Münchner Residenztheater.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Den Auftakt bildete ein Workshop am 20. November 2025 zur Präzisierung und Eingrenzung der Fragestellung.

Orgelbüchlein

Martin Sturm, Organist und Professor für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar  sowie Daniel Beilschmidt, Organist der Schlosskirche Altenburg  haben an der berühmten Trostorgel in Altenburg die Musikstücke „Orgelbüchlein“ und „Wohltemperirtes Clavier“ eingespielt. Das einmalige Aufnahmeprojekt ist in seiner Konzeption europäisch angelegt und soll die Wahrnehmung der Bachschen Musik und des Instrumentes Orgel international neu beleuchten. Die Aufnahme hat das junge polnische Label „ars sonora“ übernommen, für die Veröffentlichung und Vermarktung ist das Label „Querstand“ der renommierten Verlagsgruppe Kamprad zuständig.

Veröffentlicht werden die beiden Aufnahmen auf CD und als Onlinestream im September 2025 im Kontext der traditionsreichen „Thüringischen Orgelakademie“ und dem europäischen Netzwerk „ECHO - European Cities of Historisches Organs“, deren jährlich wechselndes Zentrum in diesem Jahr Altenburg ist. Das begleitende Videomaterial wird im Laufe des Jahres auf YouTube zu sehen sein.

Weimar 1755 - Georg Anton Benda und Johann Ernst Bach

24. Oktober 2025

Veröffentlichung der CD

24. Oktober 2025

Veröffentlichung der CD

Unter dem Motto „Tradition entdecken“ interpretiert das Barockorchester „Capella Jenensis“ Alte Musik mit dem Ziel, das musikalische Erbe Mittel-deutschlands zu bewahren und neu zu beleben. Das Ensemble ist fester Bestandteil der barocken Musikkultur Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts. Wichtiger Forschungsschwerpunkt der Musiker ist die Edition und Wiederaufführung von Werken aus mitteldeutschen Musikarchiven.

Das Aufnahmeprojekt "Weimar 1755" ist zwei Komponisten gewidmet, die die Musik Mitteldeutschlands im 18. Jahrhundert maßgeblich geprägt haben: Johann Ernst Bach, Patensohn Johann Sebastian Bachs und Georg Anton Benda. Capella Jenensis und Aelbgut präsentieren deren Werke erstmals nebeneinander und erkunden dabei ihre stilistischen Merkmale und ihren Einfluss auf die musikalische Entwicklung in Thüringen. Neben Bachs Kantate "Mein Odem ist schwach", die einst Johann Sebastian Bach zugeschrieben wurde, enthält das CD-Album selten gespielte Sinfonien und Vokalwerke. Mit neu bearbeiteten Ausgaben wird diese Musik nun wieder zum Leben erweckt - ein bedeutender Beitrag zur Wiederentdeckung eines fast vergessenen musikalischen Erbes.

13. Klimakonzert "Watersheds"

18. Oktober 2025, 18 Uhr

Kirche am Hohenzollernplatz, 10717 Berlin

18. Oktober 2025, 18 Uhr

Kirche am Hohenzollernplatz, 10717 Berlin

Wasser steht im Zentrum des diesjährigen Klimakonzerts des Orchesters des Wandels der Berliner Staatskapelle. In den ausgewählten Musikstücken geht es um die Bedeutung des Wassers als Lebensquelle, aber auch um die Gefährdung der Gewässer durch Verschmutzung und Erderwärmung. Dabei wird zum ersten Mal in Europa die Kantate "This Thirsty Land" des Kanadiers Leonard Enns zu hören sein. Unterstützt wird die Staatskapelle durch den Hugo-Distler-Chor Berlin sowie international bekannte Sänger.

Programm

G.F. Händel - Wassermusik (Auswahl mit Live-Elektronik)
Leonard Enns - This Thirsty Land (Europäische Erstaufführung in Anwesenheit des Komponisten)
Aaron Copland - In the Beginning
Earl Kim - Where Grief Slumbers
Joseph Haydn - Die Schöpfung (Teil 1)

Sarah Aristidou, Sopran
Stephan Rügamer, Tenor
David Ostrek, Bariton

Karten können Sie hier bestellen.

 

 

WILDTRIEB

17. und 18. Oktober 2025, 18 und 21 Uhr

Pathos theater, Dachauer Straße 110d, 80636 München

17. und 18. Oktober 2025, 18 und 21 Uhr

Pathos theater, Dachauer Straße 110d, 80636 München

"Wildtrieb" ist ein performativer Konzertabend im Rahmen des diesjährigen Hidalgo Festivals, der die Besucher in die Welt des Waldes entführt. Entlang romantischer und zeitgenössischer Musik entsteht eine intensive Dynamik zwischen Nähe und Bedrohung, zwischen Jagd und Flucht. Auf dem Programm stehen bekannte Lieder von Franz Schubert und Felix Menselssohn-Bartoldy, gesungen von der Mezzosopranistin Bella Admova sowie das "Jagdquartett" von Jörg Widmann, gespielt vom Malion Quartett. Teil des Abends ist auch der Vortrag "WILD GESPROCHEN" der Jagd- und Wildtier-Expertin Martina Hudler. Sie spricht unter anderem darüber, wie der Mensch die Natur und die Natur den Menschen verändert und wie romantische Mythen, Waldsterben und Klimawandel Verständnis und Bedeutung des Waldes beeinflussen.

 

18 und 21 Uhr
Felix Mendelssohn-Bartoldy (Arr. Aribert Reimann)
Leise zieht durch mein Gemüt
Franz Schubert (Arr. Gregor A. Mayrhofer)
Heideröslein
Jägers Liebeslied
Jägers Abendlied
Der Tod und das Mädchen (Lied)
Robert Schumann (Arr. Gregor A. Mayrhofer)
Zwielicht
Franz Schubert
Der Tod und das Mädchen (Streichquartett Nr. 14, D 810)
Alberto Ginastera
Streichquartett Nr. 3 op.40 – 1. Satz
Jörg Widmann
Jagdquartett

19.30 Uhr
Vortrag Dr. Martina Hudler

Franziskus' Erbe für die Schöpfung

2. Oktober 2025, 10 Uhr bis 20.15 Uhr

Katholische Akademie in Bayern, Mandlstraße 23, 80802 München

2. Oktober 2025, 10 Uhr bis 20.15 Uhr

Katholische Akademie in Bayern, Mandlstraße 23, 80802 München

Vor zehn Jahren wurde die Enzyklika "Laudato si'" von Papst Franziskus veröffentlicht. Sie gilt als ein weit über den kirchlichen Raum hinaus anerkannter Kompass für die sozial-ökologische Transformation. Ihr konsequentes Zusammendenken ökologischer, sozialer und kultureller Herausforderungen ist wegweisend und zwar nicht nur aus theologisch-sozialethischer Sicht sondern auch aus Sicht der Forschung, die die Verknüpfung von Klima- und Entwicklungspolitik sowie interkulturelle Dialoge als Erfolgsbedingung anerkennt.

Dies ist für eine Reihe von Institutionen wie die Katholische Akademie in Bayern, das Münchener Zentrum für Nachhaltigkeit, die Erzdiözese München und Freising, den BUND sowie die Stiftung kulturelle Erneuerung Anlass, in einer ganztägigen Tagung Bilanz zu ziehen und die Aussagen von Papst Franziskus weiterzuentwickeln. Dabei werden in einem ersten Teil ausgewählte Wissenschaftler unter anderem darüber diskutieren, warum die Enzyklika in Kirche und Gesellschaft nicht mehr Resonanz gefunden hat. In einem zweiten Teil wird der Frage nachgegangen, welche Impulse Kunst und Religion für die sozial-ökologische Transformation setzen können. Exemplarisch für den Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Religion wird das von der Stiftung kulturelle Erneuerung in Auftrag gegebene weltliche Oratorium "Wir sind Erde" aus dem Jahr 2022 diskutiert und in Ausschnitten zu Gehör gebracht.

Sie können sich hier anmelden.

MusicMosaic

11. September 2025, Villa Godi Malinverni, Lugo di Vicenza, 18 Uhr

12. September 2025, Conservatorio Benedetto Marcello, Venedig, 18 Uhr

11. September 2025, Villa Godi Malinverni, Lugo di Vicenza, 18 Uhr

12. September 2025, Conservatorio Benedetto Marcello, Venedig, 18 Uhr

MusicMosaic ist ein neues Kursformat für Masterclasses der Bach Biennale Weimar, das eine Lücke in der traditionellen Ausbildung Alter Musik schließen möchte. Es ermöglicht in konzentrierter Form die Einbeziehung von Tanz, Theater, Literatur, Architektur und weiterer Disziplinen für alle Kursteilnehmer*innen als wesentliche Basis der Musikpraxis. 2025 geht es mit dem Thema „Musik, Tanz und Szene um 1600 – auf den Spuren von Palladio, Monteverdi und Galileo" um eine für die europäische Musik entscheidende Periode, die mit den radikalen Neuerungen, die sich auf allen Feldern der Künste und Wissenschaften am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts vollzogen, die nachfolgenden Jahrhunderte bis heute tief prägt.

Die einzelnen Kurse sind als Module konzipiert. Jeder Kurs ist einzeln belegbar und als sinnvolle Einheit in sich abgerundet; zugleich ergeben alle drei Kurse und ihre Module ein sinnvolles Ganzes, das durch die Themen- und Repertoirewiederholungen mit subtilen, vielfältigen Variationen und im Zusammenspiel mit den außergewöhnlichen, zu den Themen passenden Kursorten eine stimmige und profunde Lernerfahrung ermöglicht. Die Mitwirkung an den abschließenden Aufführungen ist Bestandteil der Kurse.

Die Kurse werden von 15. bis 23. Juli 2025 in Weimar und von 4. bis 12. September 2025 in Vicenza gehalten. Die Abschlusskonzerte bzw. -aufführungen finden am 22. Juli 2025 in Weimar sowie am 6. September 2025 in der Villa Giusti Suman nahe Vicenza, am 11. September 2025 in der Villa Godi Malinverni bei Vicenza und am 12. September 2025 im Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig statt.

 

HOFMANNSTHAL. ELEKTRA.

11., 12., 13. und 14. September 2025, jeweils 20 Uhr

STUDIO NAXOS, Waldschmidtstraße 19, 60316 Frankfurt am Main

11., 12., 13. und 14. September 2025, jeweils 20 Uhr

STUDIO NAXOS, Waldschmidtstraße 19, 60316 Frankfurt am Main

In einer zerstörten Landschaft aus Erde, Stahl und Licht erhebt sich Elektra zum Symbol des Widerstands. Zwischen Drohne, Barrikade und Blutrache inszenieren Florian Schongar (Regie) und und Betty Rieckmann (Bühnen- und Lichtdesign) Hofmannsthals Tragödie neu – als Apologie des bewaffneten Aufstandes in einer kalten Welt. Theater zwischen Mythos, Krieg und Zukunft.

In "Hofmannsthal. Elektra. Tragödie für drei Lebende und eine Drohne" taucht das System der Macht, das die drei Königskinder Elektra, Chrysothemis und Orest bedroht, in Form einer militärischen Drohne auf, die überwacht, straft, tötet. Die Frage, ob ein gewaltsames System zu akzeptieren oder zu stürzen ist, beantworten Elektra und Chrysothemis unterschiedlich. Elektra ist die Kämpferin dieser Befreiung, und Chrysothemis ihr Gegenbild: die Mutter(-im-Werden), die das Risiko nicht eingehen kann und will. Gemeinsam sind sie der Widerspruch der Verdammten dieser Erde.

 

11. Bach Biennale Weimar

8. bis 23. Juli 2025

Weimar

8. bis 23. Juli 2025

Weimar

Vom 8. bis 23. Juli 2025 findet die 11. Bach Biennale in Weimar statt. Sie möchte Bachs Musik an den authentischen und historischen Spielorten der Bachstadt Weimar hörbar und fühlbar machen und alt und jung Zugang zu Bachs Musik auf höchstem Niveau ermöglichen. Das vielseitige Programm umfasst Stadtführungen zu Bachs Orten mit Musikbeispielen, Bachs Komposition "Musikalisches Opfer", Bach untermalt von Flamenco-Tanz und das traditionelle Barockfest mit Musik und Tanz.

Veranstalter ist der Bach in Weimar e.V. Die Leitung hat Myriam Eichberger, Professorin für Blockflöte an der Hochschule für Musik FRANZ LIZST Weimar. Zum ersten Mal wird im Rahmen der Bach Biennale mit MusicMosaic ein Masterclass-Format durchgeführt mit dem Thema: Musik, Tanz und Szene um 1600 - Auf den Spuren von Palladio, Monteverdi und Gallileo. Es ermöglicht die Integration von Tanz, Theater, Literatur, Architektur und anderen Disziplinen in konzentrierter Form für alle Kursteilnehmenden.