Flüchtig

Gedanken im Juni

Gedanken im Juni

„Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben“, so reimte und komponierte 1652 der Lehrer und Kirchenlieddichter Michael Franck. Und seine Worte fanden Gehör. Wieder und wieder wurden sie vertont, zuletzt von dem blutjungen Johann Sebastian Bach.

Doch obwohl sich damals die Menschen ihrer Flüchtig- und Nichtigkeit wohl bewusst waren, schufen sie Werke, die nicht nur die Jahrhunderte überdauerten, sondern bis heute Quelle von Inspiration und Erbauung sind. Ob in der Architektur oder der Malerei, der Musik oder der Dichtkunst und Staunenswerte Werke selbst in den Naturwissenschaften leisteten sie Staunenswertes.

Heute scheint sich das Verhältnis von Schöpfer und Werk umgekehrt zu haben. Die Menschen wollen von ihrer Flüchtig- und Nichtigkeit nichts mehr wissen und sind nur allzu bereit, irdischen Ewigkeitsphantastereien Raum zu geben. Umso flüchtiger und nichtiger sind ihre Werke. Was wird die nächsten Generationen erreichen von Müllbergen, übersäuerten Ozeanen, abgeholzten Waldflächen und ausgebrannten Atommeilern einmal abgesehen? Selbst die Verfallsdaten technischen Fortschritts werden immer kürzer. Was wird also bleiben?

Die Frage stellt sich mit wachsender Dringlichkeit. Was hinterlassen wir? Was hinterlässt die heutige Generation den nach ihr Kommenden? Werden diese, so wie wir dies heute tun, wenn Gemälde von Raffael, Rembrandt und anderen ausgestellt werden, zu Hunderttausenden in Museen strömen, um sich Strichmännchen anzuschauen oder „gelbe Punkte auf schwarzem Grund“?

Welche Bauten werden von uns Zeugnis geben? Zerkrümelnde Autobahnbrücken und verfallene Bahntrassen, Wohnsilos im Kölner Chorweiler oder im Münchner Neuperlach? Werden die Nachgeborenen eine Vorstellung davon bekommen, wie und was wir kommuniziert haben? Was wird von unseren Datenclouds überdauern? Wo sind in ihnen Liebesgedichte und -briefe archiviert?

Was hinterlassen unsere Wissenschaft, Philosophie und Religion? Bei Licht besehen leben wir Heutigen doch noch immer in den Denk- und Gefühlswelten der Altvorderen. Aber die sind dabei zu verblassen. Was tritt an ihre Stelle? Welche philosophischen oder religiösen Systeme geben uns und den nach uns Kommenden Halt und Orientierung?

Mitunter könnte der Eindruck entstehen, wir Heutigen hätten es geradezu darauf abgesehen, möglichst wenig von Dauer zu schaffenSpuren verwischen und unsere Spuren zu verwischen. Geben wir uns Rechenschaft über den Müll, den wir produzieren, über die Dinge, die im Grunde keiner braucht, und die deshalb mit aberwitzigem Aufwand an die Frau oder den Mann gebracht werden müssen?

Wer hat ein wirkliches Interesse daran, dass einmal Geschaffenes möglichst lange Nutzen und Freude stiftet? Die Produzenten sicherlich nicht. Und die Konsumenten? Sie gieren nach Neuem und Trendigem. Nein, wir singen nicht mehr „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“. Wir leben es. Flüchtigkeit ist zur Essenz unseres Daseins geworden. In gewisser Weise war sie das zwar immer. Aber ohne es zu wollen, zelebrieren wir sie.

Vom Sein und Schein

Gedanken im Mai

Gedanken im Mai

Sein und Schein sind Konkurrenten. Nicht, dass sie einander ausschlössen. Aber zumeist gedeiht das Eine auf Kosten des Anderen.

Unsere Gesellschaft hat eine klare Entscheidung getroffen. So viel Sein wie nötig. So viel Schein wie möglich. Wir leben in einer Scheingesellschaft Diese Gesellschaft ist eine Scheingesellschaft, ihre Kultur eine Scheinkultur. Substanz zählt wenig. Was zählt ist der wirkungsvolle Auftritt.

Die Verinnerlichung dieser Geisteshaltung beginnt früh. Selbst kümmerlichste Leistungen werden bei Kindern mit dem Prädikat „super“ ausgezeichnet. Hast Du Dein Kind heute schon gelobt? Für viele ist es dann ein Schock, wenn sich in der Schule das ständige Loben nicht unvermindert fortsetzt. So geht es weiter, bis schließlich knapp die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulreife erlangt, viele mit Abschlüssen, von denen frühere Generationen nur träumen konnten.

Die Universitäten können und wollen dem nicht nachstehen. Lob und Bestnoten en masse In manchen Fächern regnet es geradezu Bestnoten. Das glauben die Älteren, der nachwachsenden Generation schuldig zu sein. Deren Berufsweg soll nicht durch eine sachgerechte Beurteilung erschwert werden.

Der Arbeitgeber, der einem höchst mittelmäßigen Mitarbeiter nicht attestiert, er oder sie habe stets zu seiner vollsten Zufriedenheit gewirkt, beweist heroischen Mut, der ihn leicht vor die Schranken eines Arbeitsgerichts bringen kann. Dort wird er dann belehrt, dass selbst gravierende Verfehlungen dem Mitarbeiter nicht zum Nachteil gereichen dürfen.

Der schöne und zugleich substanzlose Schein. Wir haben uns so an ihn gewöhnt, dass viele nicht von ihm lassen wollen, selbst wenn der Preis hoch ist. Was wird uns alles von einer perfekt funktionierenden Werbeindustrie und den dahinter stehenden Auftraggebern suggeriert: Autoabgase, die schadlos inhaliert werden können, Zigarettenrauch, der die Lebenslust erhöht, Faltencremes, die ewige Jugend und Diätpillen, die anhaltende Schlankheit in Aussicht stellen. Schein, Schein, Schein, wohin der Blick fällt.

Der Bürger hält wacker mit. Viele vermarkten sich - sei es in den sozialen Medien oder im alltäglichen Miteinander – Vermarktung allenthalben wie sich einst nur Hochstapler und Heiratsschwindler vermarkteten. Da wird gefeilt und retuschiert, gelogen und betrogen, bis am Ende niemand mehr zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden kann.

Wer bin ich und was will ich sein? Wer diese Fragen stellt, bekommt einen Schwall von Antworten, die jedoch fast ausnahmslos auf Dasselbe hinauslaufen: Sei nicht, was Du bist, sondern umgib Dich mit einem blendenden Strahlenkranz, der den Betrachter nachhaltig beeindruckt.

Nirgendwo wird diese Kunst perfekter zelebriert als in der Politik. Auch hier sind die Zeiten jahrelanger Kernerarbeit vorüber. Auch in der Politik zählen Glitzer und Glamour Wer über genügend Glitzer und Glamour verfügt, ist schnell ganz oben. Denn er passt in die Welt des Scheins und findet fast aus dem Stand heraus seine Anhänger.

Doch wie das mit dem Schein so ist. Irgendwann verblasst er und im ständigen Wechsel von Schein und Sein wird das Sein wieder sichtbar. Doch irgendwann wird das Sein sichtbar Nicht selten empfinden die Menschen das als Abstieg. Doch was sie als Abstieg empfinden, ist oft nur das Sichtbarwerden der Wirklichkeit, die ihren Platz beansprucht.

Mitteilungen

Gedanken im April

Gedanken im April

Pünktlich setzt sich der ICE in Bewegung. Vier Stunden und 22 Minuten später soll er am Ziel sein. Doch ehe es soweit ist, flackert über den elektronischen Anzeiger im Wageninneren, dass sich seine Ankunft voraussichtlich um zwei Minuten verzögern werde. Daraus werden sechs, dann zehn Minuten. Sodann nimmt die Verspätung wieder ab, um kurz darauf erneut anzusteigen. So geht es weiter, bis der Zug schließlich zwei Minuten vor der fahrplanmäßigen Ankunftszeit im Zielbahnhof einfährt. Vier Stunden und zwanzig Minuten – getaktet von ressourcenfressenden, kostenträchtigen und völlig wertlosen Mitteilungen. Was soll denn der Fahrgast anfangen mit der Information, sein Zug könne in drei oder vier Stunden einige Minuten verspätet sein - oder auch nicht.

Mitteilungen um der Mitteilungen willen. Die moderne Technik macht‘s möglich. Unter ihrem Dach blüht der informative Leerlauf. Informativer Leerlauf Und damit das nicht allzu manifest wird, sind hunderte von Millionen, ja einige Milliarden Menschen darauf konditioniert, ihr als User zu dienen. Was sie an Mitteilungen umschlagen, übersteigt im ganz wortwörtlichen Sinne jedes Fassungsvermögen. Von irgendwelchen kleinen Feiern werden wahllos hunderte von Bildern gefertigt, über Länder und Kontinente verbreitet und kaum jemals betrachtet. Auch die Currywurst mit Fritten wird elektronisch den Lieben übermittelt, damit diese einen Eindruck davon bekommen, welche Herausforderungen ihr Sprössling in der Ferne zu bestehen hat.

Lange vor der heutigen Informationsflut bemerkte der deutsch-amerikanische Sozialwissenschaftler Karl Deutsch, dass das, was an einem Tag in einem auch nur mittelgroßen Land so alles zusammengeredet werde, Zu viel für Mensch und Tier mehr sei, als Mensch und Tier verarbeiten könnten. Was würde er heute sagen? Vermutlich würde er sich bestätigt sehen und mit grimmiger Befriedigung feststellen, dass Mensch und Tier die Flut an Information an sich vorbeirauschen lassen und ihr gerade so viel Beachtung schenken, wie es ihnen zuträglich erscheint.

Verpassen tun sie dabei kaum etwas. Denn die gewaltige Menge an Mitteilungen ist merkwürdig inhaltsarm. Wer sich gelegentlich oder auch dauerhaft auf Mitteilungsdiät setzt, wird das bestätigen können. Ja, es gibt sie, die ergiebigen Quellen. Und sie zu nutzen, kann eine Lust sein. Doch allzu viel ist mangels wirklicher Substanz aufgebauscht, spekulativ oder bloßes Wortgeklingel, von dem die Konsumenten allenfalls abgelenkt, mitunter unterhalten, aber nur selten tatsächlich informiert werden.

Allerdings tragen sie hieran erhebliche Mitschuld. Konsumenten tragen Mitschuld Denn der ertragreiche Konsum von substanziellen Mitteilungen, sei es in der Wissenschaft, der Kunst oder in jedem anderen Lebensbereich, ist für die Konsumenten mit Aufwand verbunden. Glauben sie, sich diesen ersparen zu können, gehen sie unter in einem Meer von Belanglosigkeiten, aufgeputzt als wichtige, interessante oder zumindest amüsante Informationen. Die Konsumenten haben es in der Hand, ob sie mit solchen Belanglosigkeiten ihre Zeit, Lebenszeit, totschlagen wollen.

Hüter

Gedanken im März

Gedanken im März

Zum Glück meistern die meisten ihren Alltag gut. Anders ist es, wenn Außergewöhnliches ansteht, zum Beispiel der Einbau einer neuen Hausheizung. Hier wissen Nachbarn und Bekannte zwar oft wohlfeilen Rat. Allein, er lässt sich nicht zur Deckung bringen mit einschlägigen Veröffentlichungen und allerlei Expertenmeinungen. Was ist der geeignetste Brennstoff, wie soll der Kessel dimensioniert sein, wo müssen die Heizkörper installiert werden? Der Kopf schwirrt, ehe der Gang zum Fachbetrieb angetreten wird. Dort wird alles Gelernte zunächst einmal als Laiengeschwätz verworfen und der einzige gangbare Weg aufgezeigt. Auch wenn sich dieser als äußerst problembeladen erweist – irgendwann brummt die Anlage, wenn auch nicht so, wie in Aussicht gestellt. Mündiger Konsument oder unmündiges Kind? Der mündige Konsument ist zum unmündigen Kind geschrumpft.

Kaum anders ergeht es ihm, wenn er – jenseits reiner Bagatellen – einen Arzt aufsucht. Heißt es „Hier werden wir wohl operieren müssen, aber holen Sie ruhig eine Zweitmeinung ein“, dann beginnt ein langer Weg durch einen Irrgarten. Denn die Zweitmeinung steht nicht selten im Widerspruch zur Erstmeinung. Wie soll die Operation durchgeführt werden, welche Narkoseform ist die geeignetste? Und dann die Fülle von Risiken, die mit jeder Maßnahme verbunden sind. „Das müssen Sie entscheiden“, so das ärztliche Diktum. Und der Patient entscheidet und entscheidet und erteilt – abgesehen von vorsätzlicher Schadenszufügung und groben Kunstfehlern – den behandelnden Ärzten jedes Mal einen Freibrief. Geht etwas schief – der Patient hat es so gewollt.

Ob beim Installateur oder beim Arzt – Scheinsouveränitäten die moderne Gesellschaft hat Konsumenten und Patienten mit Scheinsouveränitäten befrachtet, die diese mangels tieferer Einsichten nicht zu tragen vermögen. Sie sagen ja oder nein, ohne die blasseste Vorstellung davon haben zu können, was das bedeutet. Ihre Entscheidungsfreiheit gleicht der Freiheit eines Lottospielers, der irgendwelche Zahlen ankreuzt.

Und was dem Konsumenten und Patienten recht ist, ist dem mündigen Bürger billig. Willst Du, dass Dein Land in der EU verbleibt, oder soll es besser austreten? Was das wirklich bedeutet, weiß niemand. Angesprochen wird ein archaisches Grundrauschen. Dass von einer solchen Entscheidung etwa 20.000 Nervenstränge betroffen sind, ist den wenigsten bewusst. Die Vitalausfälle werden erst später sichtbar. Vorerst hat das Volk gesprochen und Volkes Spruch ist heilig, gleichgültig, wie er zustande gekommen ist. Die Politiker können sich hinter ihm verschanzen.

Der mündige Konsument, der mündige Patient, der mündige Bürger – das alles sind Errungenschaften, die hoch einzuschätzen sind. Aber wie alles haben auch sie ihre Grenzen. Was und wieviel vermag der Einzelne zu entscheiden? Wovon und in welchem Maße können sich Installateure, Ärzte, Politiker und viele andere freizeichnen? „Der Betroffene hat es so gewollt“ darf - ob im Alltag oder bei weitreichenden Grundentscheidungen - nicht zur gängigen Münze werden. Menschen tragen Verantwortung für sich und andere Denn Menschen tragen Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch füreinander. Sie sind – ob sie dies wollen oder nicht – einander Hüter. Jede andere Form von Gesellschaft ist unmenschlich.

Sackgassen

Gedanken im Februar

Gedanken im Februar

Jahrhunderte lang bemühten sich einige der hellsten Köpfe des christlichen Abendlandes, die Existenz Gottes mittels logischer Operationen zu beweisen. Doch kaum schien ihnen das gelungen, wurden ihre kunstvollen Geisteskonstrukte von fundierten Gegenargumenten zerlegt. Gottesbeweise Die Existenz Gottes blieb bis zum heutigen Tage unbewiesen. Die menschlichen Verstandeskräfte sind einer solchen Aufgabe offenbar nicht gewachsen.

Ein wenig erinnert das an die Bemühungen von uns Heutigen, der Erde auf Dauer mehr abzuringen, als diese bereitstellen kann. Da wurden scheinbar endlose Wälder gerodet, bis eines Tages klar war: Stopp, wir bringen uns um. Was für ein Glück, dass es die Kohle gab. Doch kaum ein Wimpernschlag nach Beginn ihrer Nutzung verdunkelte sich der Himmel und auch das fossile Zeitalter endete in einer Sackgasse.

Die erhoffte Rettung: Kern-, Wind- und Solarenergie. Atomkraftwerke schießen weltweit wie Pilze aus dem Boden. Doch wohin mit dem Müll? Auf diese Frage hat bis heute niemand eine Antwort. Die Menschheit hofft auf ein Wunder. Wunderglaube Selten war sie so wundergläubig wie heute.

Dann also Windkraft. Die Liste ihrer Vorzüge ist eindrucksvoll. Ihre Nachteile aufzuzeigen, fällt jedoch vielen nicht schwer: zu lange Übertragungsstrecken, unzuverlässig, Zerstörung der ländlichen Räume, Verunstaltung der Landschaft. Ähnlich ambivalent verhält es sich mit der Solarenergie. Sie mag die Energiequelle der Zukunft sein, wann aber beginnt die Zukunft?

Und so geht es weiter. Kunststoffe. Die Lösung für zahlreiche Probleme, zugleich aber auch Ursache schwerster Schäden. Oder die Landwirtschaft. Sie nährt und ist verantwortlich für massenhaftes Sterben und weiträumige Verödung. Oder der Verkehr. Noch nie in der Menschheitsgeschichte war es so einfach, bequem und billig, von A nach B zu gelangen. Der Preis? Noch nie hat Mobilität so zerstörerisch gewirkt wie jetzt.

Den Menschen will es einfach nicht gelingen, den Saldo ihrer Aktivitäten ins Positive zu wenden. Gewiss – trotz aller Mängel – wurden noch nie so viele Menschen so auskömmlich versorgt, waren Bildungsgrad und Lebenserwartung so hoch. Doch unsere intellektuellen und praktischen Fähigkeiten haben zu keiner Zeit ausgereicht, diese Segnungen mit der Tragfähigkeit der Erde in Einklang zu bringen. Ein Schritt vor ein Schritt zurück Jeder Schritt nach vorn geht einher mit einem Schritt zurück. Gewinn und Verlust halten sich bestenfalls die Waage.

Einige der hellsten Köpfe der Vergangenheit glaubten immer wieder, die endgültige Antwort auf eine sie bedrängende Frage gefunden zu haben. Sie irrten. Irren vielleicht auch wir, wenn wir glauben, Menschheitsträume allein dank unserer Geisteskräfte erfüllen zu können? Es mag ja sein, dass dies dem Menschengeschlecht eines fernen Tages gelingt. Doch bis dahin wird der Fortschrittspfad von Trümmern gesäumt sein. Fortschritt im Rahmen irdischer Tragfähigkeit. Wenn das gelingt, gelingt vielleicht auch der Gottesbeweis.

Veränderte Perspektiven

Gedanken im Januar

Gedanken im Januar

Jahreswechsel sind gute Anlässe, über die Zukunft nachzudenken. Wo wollen wir hin und was erwartet uns? Zu Fragen wie diesen haben nicht nur professionelle Zukunftsforscher und Politiker sondern auch Verbandsvertreter, Unternehmens- und Finanzberater und nicht zuletzt Heerscharen von Kaffeesatzlesern viel beizutragen. Und niemand soll sagen, sie hielten mit ihren Einsichten hinter den Berg.

Allein, was nützen ihre Mühen? Betrachtet man die Silvesterprognosen der vergangenen Jahre und selbst Jahrzehnte, dann springt ins Auge, dass sie sich nur wenig verändern. Oder genauer: Herausforderungen bleiben dieselben Kaum eine der wieder und wieder identifizierten Herausforderungen wird abgearbeitet. Stattdessen: Wiedervorlage im nächsten Jahr.

Beispiele: die atomare Bedrohung. Seit dem Zweiten Weltkrieg hängt sie als große schwarze Wolke über uns. Zwar hat sie sich verändert, kleiner geworden ist sie nicht. Oder das Waldsterben. Wir sprechen weniger darüber als vor fünfzig Jahren. Aber noch nie war der Zustand der Wälder welt- und europaweit sowie in Deutschland so schlecht wie heute. Oder die demographische Schieflage. Seit rund einem halben Jahrhundert werden beispielsweise hierzulande nur zwei Drittel der Zahl der Kinder geboren, die zur Erhaltung der Bevölkerung erforderlich sind. Zugleich explodieren die Bevölkerungszahlen weltweit. Planvoller, gesteuerter Ausgleich? Fehlanzeige.

Oder die Umwelt. Zwar ist sie mittlerweile in aller Munde, aber wirkliche Verhaltensänderungen sind bislang nicht eingetreten. Atomare Bedrohung, Waldsterben, demographische Schieflage, globale Verteilungsungleichheiten So gab es 2018 in Deutschland mehr Flugpassagiere als jemals zuvor, obwohl das Fliegen zu den schlimmsten legalen Klimakillern gehört. Die Ferne lockt. Oder die globale Verteilung der Güter dieser Erde. Immer mehr ballt sich in den Händen von immer weniger. Dabei sind wenige Lektionen der Geschichte so eindeutig: Derartige Verteilungsungleichheiten haben noch immer Gesellschaften bis zum Kollaps destabilisiert.

Der Gleichmut, mit dem Menschen dies über lange Zeit hinnehmen, ist bemerkenswert. Erstaunlich ist er nicht. Denn vieles spricht dafür, dass die Evolution sie auf Situationen wie diese nicht vorbereitet hat. Die Herausforderungen, die sie historisch betrachtet bis gestern zu meistern hatten, waren über Jahrzehntausende stets überschaubar und handgreiflich. Wie überlebe ich diesen Tag, den kommenden Winter? Die Welt war eng begrenzt. Der nächste breite Fluss, der nächste Höhenzug.

Und heute wird von ihnen erwartet, dass sie atomare Endlagerstätten bereit stellen, die Jahrtausende überdauern, dafür Sorge tragen, dass Quellen, die seit unvordenklicher Zeit sprudeln, immer weiter sprudeln, auch wenn sie ihnen längst das Wasser abgegraben haben, kurz: Wir müssen lernen, vorausschauend, maßvoll und klug zu handeln Es wird von ihnen erwartet, dass sie weit vorausschauend, maßvoll und klug handeln. Wie gesagt: Die Evolution hat sie hierauf nicht vorbereitet. Das alles müssen sie erst noch lernen. Doch sie müssen es lernen, wenn die Berge ungelöster Probleme nicht immer höher und die Zukunftsszenarien immer düsterer werden sollen.

Zeit

Gedanken im Dezember

Gedanken im Dezember

Noch nie hatten Menschen – weltweit, namentlich aber in den westlichen Industrieländern – so viel Zeit, Lebenszeit, wie heute. Und wohl noch nie standen sie so unter Zeitdruck wie jetzt. Bereits Kleinkindern werden Stresssymptome attestiert, und Jugendliche leiden unter Burnout. In den Großstädten reiht sich eine psychologische, psychiatrische oder psychotherapeutische Praxis an die andere. Und trotzdem schwillt die Zahl derer, die mit ihrem Alltag oder gar ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen, immer weiter an.

Das alles ist wieder und wieder thematisiert und gründlich erforscht worden. Viele nehmen sich in Beruf und Freizeit, im Freundes- und Bekanntenkreis und selbst in der Partnerschaft zu viel vor Scheitern programmiert und programmieren so ein immer währendes Scheitern. Sie genügen weder sich selbst noch anderen. Das Leben ist für sie zu einer einzigen Teststrecke geworden, bei der sich – beginnend im Kindergarten und der Schule – Prüfung an Prüfung reiht, und es nur allzu oft heißt: nicht bestanden.

Ein gesunder Ehrgeiz und das Streben, dieses oder jenes Ziel zu erreichen, sind das Eine, Lebensentwürfe, deren Verwirklichung beim Arzt oder in der Psychiatrie enden, etwas Anderes. Aber soweit braucht es gar nicht zu kommen. Schon das ewige: „Ich habe keine Zeit“ ist ein ernst zu nehmendes Anzeichen für ein aus den Fugen geratenes Leben. Denn Zeit gibt es immer und nicht selten sogar im Überfluss.

Um das zu erkennen, müssen wir sie jedoch nicht nur fließen lassen, sondern ihr gelegentlich auch Haltepunkte einräumen Haltepunkte einräumen. Menschen früherer Epochen hatten hierfür ein feines Gespür. Die biblische Schöpfungsgeschichte lassen sie in einer großen Pause enden. Selbst für einen Gott sind sechs Tage zielvollen Schaffens genug. Dann nimmt er sich Zeit für Rückschau, Besinnung und Muße. War das, was ich getan habe, gut?

Wie oft blicken wir Heutigen zurück und fragen uns, ob das, was wir getan haben, gut war? Offenbar nicht häufig genug. Sonst gäbe es schwerlich so viele misslungene Tage, Jahre und schlussendlich Leben, die – sofern überhaupt noch möglich – mit großen Mühen und Kosten wieder in einigermaßen lebenswerte Bahnen zurückgeführt werden müssen.

Individuen, Gruppen und Gesellschaften, die die Fähigkeit oder Übung verloren haben, regelmäßig inne zu halten, um den Wert dessen zu prüfen, was sie getan haben, haben auf Dauer ein existenzielles Problem. Vielleicht stehen wir deshalb heute vor so vielen Herausforderungen, Zu wenig Zeit für Reflexion die wir zwar allesamt selbst verursacht haben, von denen wir jedoch nicht wissen, wie wir sie lösen sollen. Stets fehlte die Zeit zu klären, was sich da zusammenbraut.

Doch diese Zeit muss sein – für den einzelnen wie für die Gesellschaft als Ganzes. Gäbe sich der Einzelne hin und wieder Rechenschaft darüber, wie und womit er seine Zeit verbringt, würde er wahrscheinlich staunen, wie viel nicht nur überflüssig und sinnlos, sondern für ihn geradezu schädlich ist. Das gilt in noch höherem Maße für die Gesellschaft, die – beispielhaft gesprochen – heute die Flüsse renaturiert, die sie gestern kanalisiert oder Straßen beruhigt, die sie soeben verkehrsgerecht ausgebaut hat.

Was fehlt ist nicht Zeit sondern das Geschick, mit ihr umzugehen. Und dieses Geschick erwirbt nur, wer Pausen, wirkliche Pausen zulässt. Wie viele? Sechs zu eins Vielleicht ist das biblische Maß ja noch immer gültig: sechs Siebentel der Zeit für Schaffen, Streben und Gestalten und ein Siebentel, um zu betrachten, was dadurch entstanden ist. Ein Siebentel – das dürften viele als kleine Ewigkeit empfinden. Das aber könnte das Bewusstsein dafür schärfen, wie viel Zeit wir an sich haben.

Volksparteien

Gedanken im November

Gedanken im November

Wahlprognosen sind manchmal genau und manchmal ungenau. Doch in einem sind sie seit geraumer Zeit treffend: Die großen Parteien – einst Volksparteien genannt – schrumpfen und kleine Parteien erstarken.

Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern gilt für viele westliche Demokratien, auch wenn der Prozess der Zersplitterung – wie in den USA – durch die Klammer eines tradierten Parteinamens überdeckt wird. Wie große Eisschollen, die in wärmere Gewässer driften, Die großen Parteien zerfallen allmählich in eine Vielzahl kleinerer zerfallen, so zerfallen jetzt die großen Parteien.

Gelegentlich kann dieser Prozess verlangsamt werden. Aufzuhalten ist er nicht. Wie auch, wenn die Wähler vormaliger Volksparteien sich nicht nur neu orientieren wollen, sondern in entgegengesetzte Richtungen drängen. Da ist es wenig sinnvoll, „klare Kante“ oder einen „klaren Kurs“ zu postulieren und noch weniger sinnvoll ist es, sein Heil im Austausch des politischen Führungspersonals suchen zu wollen. Das mag für den Moment belebend wirken, am eigentlichen Dilemma ändert dies nichts.

Denn wie muss eine Parteienlandschaft aussehen, in der jeder Bürger beansprucht, sein eigener Religionsstifter, Jeder ist sein eigener Religionsstifter, Gesetzgeber und Richter Gesetzgeber, Richter und anderes mehr zu sein? Warum sollen solche mit allen Fasern nach Autonomie strebenden Menschen sich ausgerechnet im Bereich der Politik zu großen homogenen Formationen zusammenschließen und einen gemeinsamen Willen bekunden?

Nicht zuletzt dank moderner Technik kann doch jeder nicht nur seine eigene Partei gründen und betreiben. Er – und selbstverständlich auch sie – können sich problemlos mit Gleichgesinnten zusammenschließen und für ihre Ideen werben. Das mag die vom Grundgesetz vorgesehene politische Willensbildung sowie die Regierbarkeit des Volkes erschweren. Doch das ist die derzeitige Wirklichkeit.

Die etablierten und sich künftig etablierenden Parteien müssen ihr Rechnung tragen. Schärfen von Profilen nützt nichts Mit dem Schärfen von Profilen ist es nicht mehr getan. Wer fragt schon in einer weitgehend heterogenen von Gruppen- und Individualinteressen geleiteten oder wohl richtiger gepeitschten Bevölkerung nach liberalen, sozialen und was dergleichen Profile mehr sind?

Die Bürger sind alles gleichzeitig: gelegentlich stockkonservativ und dann wieder ultraliberal, an einem Tag Verfechter sozialer Gerechtigkeit und am nächsten Tag Verteidiger von Privilegien und seien diese auch noch so ungerechtfertigt. Wenn hohe Anteile der Bevölkerung erst in der Wahlkabine entscheiden, wem sie ihre Stimme geben, dann spricht das nicht für sorgfältige Erwägungen. Dann spricht der Bauch und Tagesstimmungen geben den Ausschlag.

Auf dieser Grundlage Mehrheiten Erschwerte Regierbarkeit zu bilden und zu regieren ist nicht einfach. Zwar rufen die Bürger nur allzu gerne nach politischer Führung. Aber wehe, dieser Ruf würde erhört. Dann würden sie aufbegehren. Oder auch nicht. Denn schreitet die Zersplitterung der politischen Landschaft weiter voran, könnte die Sehnsucht nach Eindeutigkeit und Klarheit übermächtig werden. Wünschenswert wäre das nicht. Es könnte das Ende der Demokratie bedeuten. Doch auszuschließen ist eine solche Entwicklung nicht.

Events, my boy!

Gedanken im Oktober

Gedanken im Oktober

Events, my boy, events. Das war die Antwort des einstigen britischen Premierministers Macmillan auf die Frage eines Parlamentsnovizen, was das Schwierigste an der Politik sei. Ereignisse.

Diese Antwort mag spontan einleuchtend sein. Richtig ist sie deshalb noch nicht. Denn alles in allem geht die Politik recht bravourös mit Ereignissen wie Naturkatastrophen, Währungskrisen oder Börsencrashs um. Und selbst bei Monsterereignissen wie Kriegen hält sie das Ruder mitunter erstaunlich lange fest in der Hand. Als erstaunlich hilflos erweist sie sich hingegen in ganz anderen Situationen.

Während bei „Ereignissen“ schnell die Alarmglocken schrillen und alle Kräfte mobilisiert werden, bleibt es in jenen anderen Situationen nicht nur anfangs sondern oft bis zum bitteren Ende weitgehend ruhig. Gefahr schleichender Prozesse Die Rede ist von den schleichenden, kaum spürbaren Prozessen, die ganze Gesellschaften und mitunter Kulturen und Zivilisationen zum Einsturz bringen können.

Da ersetzt sich eine Bevölkerung seit einem halben Jahrhundert ohne wirkliche Aussicht auf eine Trendwende nur noch zu zwei Dritteln in der Zahl ihrer Kinder. Und was tut sie, was tut die Politik? Stellt sie sich zielstrebig und mit allen Konsequenzen darauf ein, dass sie eher früher als später unter Arbeitskräftemangel leiden, einen zügig wachsenden Altenanteil zu versorgen und zugleich immer mehr Menschen aus ferne Kulturen zu integrieren haben wird?

Gewiss wird hierüber hin und wieder geredet. Aber der an sich gebotene Aufschrei und die emotionale Erschütterung, die hiermit einhergehen müsste, bleiben aus. Das ist etwas für Handwerksbetriebe, caritative Einrichtungen und Nachbarschaftshilfen. Demographische Auszehrung Wie naiv und dümmlich über das Drama der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und Europa einerseits und – gegenläufig - weltweit andererseits geredet wird, ist schwer erträglich. Aber die Politik kann sich nicht aufraffen, das Notwendige zu tun. Das ist ihr zu schwierig. Dann lieber Ereignisse!

Oder dass wir uns in den entwickelten Industrieländern längst außerhalb der ökologischen Tragfähigkeitsgrenzen der Erde bewegen und uns mit jedem Wachstumsprozent weiter von diesen Grenzen entfernen. Ökologischer Zusammenbruch Jeder, der es wissen will, weiß, dass wir so wie in den zurückliegenden Jahrzehnten unmöglich weiter konsumieren und produzieren können. Doch Aufschrei und Erschütterung bleiben abermals aus. Sollen sich doch die paar Ökofreaks damit befassen. Wer kann, bestellt erst einmal seinen nächsten SUV.

Nein, es sind nicht Ereignisse, die zu bewältigen der Politik besonders schwer fielen. Es ist die Sicherung der gesellschaftlichen Existenzgrundlagen, die ihre Fähigkeiten zu übersteigen scheinen. Aber vielleicht ist es ja auch so, dass die Politik vor lauter Ereignissen nicht mehr dazu kommt, sich ihren eigentlichen Aufgaben zu widmen. Diese Aufgaben mögen weniger spektakulär und effektvoll sein als so manches Ereignis. Aber Ereignisse kommen und gehen. Von ihnen gibt es fast täglich ein neues. Die Sicherung der Existenzgrundlagen – materiellen wie immateriellen – ist hingegen überlebenswichtig.

Souveränität

Gedanken im September

Gedanken im September

Ein Gespenst geht um in Europa. Doch diesmal ist es nicht - wie Karl Marx vor 170 Jahren wähnte – das Gespenst des Kommunismus, sondern das Gespenst der Souveränität, das immer mehr in seinen Bann zu ziehen scheint. Wer reklamiert nicht alles Souveränität, sprich Unabhängigkeit, Überlegenheit, Sicherheit? Pubertierende Jugendliche, Wasserwirtschaftsverbände, Gemeinden und selbstverständlich Staaten und Staatengemeinschaften. Was ist das gemeinsame Credo von Briten, Italienern, Ungarn, Polen und nicht zuletzt auch Deutschen? Wir wollen unsere Souveränität!

Nun ist gegen dieses Begehren an sich nichts einzuwenden. Was soll verwerflich sein an Unabhängigkeit, Überlegenheit und Sicherheit? Allein, Der Forderung nach Souveränität fehlt die Substanz diesem Begehren fehlt die Substanz und das macht es so gespensterhaft. Denn wer oder was kann unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts unabhängig und sicher sein? Diese Frage stellt sich sogenannten Großmächten wie den USA oder China im Prinzip nicht anders als den walisischen Kleinbauern, die ihr Votum für einen Brexit lautstark mit der Wiedererlangung ihrer Souveränität begründen.

Wie eng die Souveränitätsgrenzen gezogen sind, erfährt der Bürger spätestens dann, wenn er seine Alters- und Krankenvorsorge nach eigenen Vorstellungen organisieren will. Dies wird ihm unter Androhung empfindlicher Sanktionen verwehrt. Oder was ist mit Eltern, die mit ihren Kindern einen anderen als den staatlich etablierten Bildungsweg einschlagen wollen? Was ist mit beruflichen Karrieren, Bauordnungen oder den tausend Regeln und Vorschriften, die den Alltag jedes einzelnen bis zum Ersticken einschnüren? Für viele dieser Restriktionen gibt es einsichtige Gründe. Was aber bedeutet dann noch Souveränität?

Nicht anders ergeht es Staaten und Staatengemeinschaften, auch denen, die besonders laut auf ihre Souveränität pochen. Selbst ein Donald Trump musste schnell einsehen, Beschränkte Macht dass die Macht des „mächtigsten Mannes“ der Welt bei Licht besehen doch recht beschränkt ist. Oder die Exiteers, denen es zwar frei steht, die EU zu verlassen, die sich aber ganz schnell in neuen und wahrscheinlich unbequemeren Bindungen als den bisherigen wiederfinden werden.

Wie immer man es wendet: Die Epoche, in der jeder seines Glückes Schmied sein sollte und mitunter auch konnte und blutige Kriege zur Verteidigung oder Wiedererlangung nationaler Souveränität geführt wurden, ist zu Ende gegangen. Jetzt gilt es, sich einzubringen in größere Einheiten von Individuen bis hin zu Staaten. Unabhängigkeit und Überlegenheit und ganz gewiss auch Sicherheit sind in Alleingängen nicht mehr zu verwirklichen. Der stolze Held, der unbeirrt seinen eigenen Weg geht und von niemandem abhängig ist, ist ein Phantom. Wenn Nationalstaaten von der Wiederherstellung vergangener Größe träumen, dann ist das rührend oder tragikomisch aber keinesfalls visionär.

Die Epoche der Postsouveränität erfordert neue Qualitäten, neues Denken und eine neue Kultur. In dieser Epoche ist es absurd, Positionen zu vertreten wie: Diese Stadt oder dieses Land gehört uns. Keine Exklusivrechte mehr Denn Exklusivrechte gibt es nicht länger. Das heißt nicht, dass alles allen gehört. Doch wem was gehört, gilt es immer wieder auszuhandeln. Wirklich souverän ist hierbei keiner - ganz gewiss nicht im Großen und nur ausnahmsweise im Kleinen.