Wie führen wir?

11./12. Oktober 2019, Kapuzinerkloster Münster

11./12. Oktober 2019, Kapuzinerkloster Münster

Was ist Spiritualität und wie können Manager und Führungskräfte für Spiritualität sensibilisiert werden? Welche Erfahrungen und Ansatzpunkte gibt es für einen Transfer von Spiritualität in Management- und Führungsprozesse? Wo liegen die Möglickeiten und Grenzen von Spiritualität in der Praxis und der wissenschaftlichen Forschung? Fragen wie diese wurden am 11. und 12. Oktober 2019 auf einem Symposium im Kapuzinerkloster in Münster diskutiert. Veranstalter war IUNCTUS - Kompetenzzentrum für Christliche Spiritualität der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PHT) Münster, das den Transfer Christlicher Spiritualität in Management- und Führungsprozessen zum Ziel hat. Das Symposium richtete sich an Führungskräfte und Interessierte aus kirchlichen, sozialen und privatwirtschaftlichen Organisationen sowie an Wissenschaftler, die sich mit dieser Thematik befassen.

anders wachsen-Gemeinde

Die christliche anders wachsen-Modellgemeinde will in der Praxis zeigen, dass Alternativen zu den herrschenden nicht nachhaltigen Lebensweisen möglich sind, von der Frömmigkeit über den Gemeindeaufbau bis zu den praktischen Lebensvollzügen. Sie ist hervorgegangen aus der Initiative "anders wachsen", die 2011 in der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Sachsen mit dem Ziel gegründet wurde, die Fixierung auf die Mehrung materiellen Wachstums zu überwinden und andere, nicht materielle Formen des Wachstums wie Kunst, Glaube, Zeit, Wissen, Beziehung, Kreativität, Ehrenamt, soziale Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu fördern.

Die anders wachsen-Gemeinde soll das Prinzip "anders wachsen" leben durch wirtschaftliche Selbstbeschränkung bei gleichzeitiger Entfaltung alternativer Wachstumsmöglichkeiten in Sachen Lebensqualität und in allen ihren Glaubens- und Lebensbereichen sowie durch eine entsprechende gemeindliche und landeskirchenweite Bildungsarbeit. Ein wesentliches Element der „anders wachsen“-Gemeinde ist die Entschleunigung der Lebensbereiche.

Das geschieht in erster Linie durch gelebte Frömmigkeit und Hinwendung zu Gott im Alltag. Das gemeinsame spirituelle Leben der Gemeinde soll geprägt sein von Grundformen kommunitären Lebens wie regelmäßigen Tagzeitengebeten, Einkehrtagen und gemeinsamer praktischer Arbeit. Ferner soll die „anders wachsen“-Gemeinde durch exemplarisches und modellhaftes Handeln Alternativen zu gegenwärtigen Formen des Lebens und Wirtschaftens erproben zum Beispiel  durch die konsequente Ausrichtung des Konsumverhaltens an sozialen und ökologischen Kriterien und das bewusste Einüben von Verzicht sowie die Befreiung von unnötigem Konsum und die gemeinsame Einübung einer „Ethik des Genug“.

Derzeit wollen zwei Dresdner Kirchgemeinden  „anders wachsen“-Modellgemeinden werden. Begleitet werden sie dabei von Juliane Assmann. Die 28-jährige Theologin ist Referentin auf der missionarischen Stelle zur Etablierung von „anders wachsen“-Gemeinden im Kirchenbezirk Dresden Mitte. In den nächsten drei Jahren wird Juliane Assmann mit der Ev.-Luth. Johanneskirchgemeinde Dresden-Johannstadt-Striesen sowie der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung Dresden-Löbtau alternative Wirtschaftsmodelle, Entschleunigung und eine Frömmigkeit des Genug erproben. Christliche Gemeinden sollen so als Hoffnungsorte für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit erlebbar werden und auch kirchenferne Menschen zur Mitwirkung motivieren.

 

 

"Weiße Rose": Ethik des Widerstands - gestern und heute

15. Juli 2019, 13.30 bis 18.30 Uhr

Aula der Hochschule für Philosophie, Kaulbachstraße 31, München

15. Juli 2019, 13.30 bis 18.30 Uhr

Aula der Hochschule für Philosophie, Kaulbachstraße 31, München

Zum Abschluss der Vorlesungsreihe "Bildung zum Widerstand" in der Münchner Hochschule für Philosophie führten am 15. Juli 2019 StudentInnen der Hochschule für Musik Franz Liszt aus Weimar Auszüge aus der Kammeroper "Weiße Rose" von Udo Zimmermann auf. Davor fanden eine Führung durch die GedenkStätte "Weiße Rose" sowie eine Podiumsdiskussion mit dem katholischen Militärbischof Franz-Josef Overbeck, den Organisatoren der Vorlesungsreihe Bertold Goerdeler und Barbara Schellhammer sowie dem Sozialethiker Markus Vogt statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Bildung zum Widerstand gelingt und wie aus ihr Motivation zum Handeln gewonnen werden kann, die unter anderem Carl Goerdeler, Sophie Scholl oder Alfred Delp SJ vorgelebt haben und die für den Schutz der demokratischen Grundordnung und der humanistischen Werte notwendig ist. Das ausführliche Programm der Abschlussveranstaltung finden Sie hier.

 

 

 

Kulturelle Erneuerung - Der Beitrag der abendländischen Philosophie

15. /16. Mai 2019

Meisterhof, Bad Wiessee

15. /16. Mai 2019

Meisterhof, Bad Wiessee

Ist die Menschheit durch ihre derzeitige Kultur bedroht und was hat zu dieser Bedrohung geführt? Auf Fragen wie diese werden aus den verschiedenen Wissensbereichen unterschiedliche Antworten gegeben. Was aber haben Philosophen dazu zu sagen?

Dem wurde im zweiten Meisterhof-Gespräch am 15. und 16. Mai 2019 nachgegangen. Dort trafen sich elf Männer und Frauen, die sich mit dieser Problematik seit geraumer Zeit befassen. Grundlage des Kolloquiums war eine Ausarbeitung von Volker Gerhardt. Dieser Text wird demnächst von der Stiftung kulturelle Erneuerung veröffentlicht werden.

8. Klimakonzert

31. Mai 2019, 21 Uhr

ewerk, Wilhelmstraße 43, 10117 Berlin

31. Mai 2019, 21 Uhr

ewerk, Wilhelmstraße 43, 10117 Berlin

Am 31. Mai 2019 fand im Berliner ewerk das 8. Klimakonzert des aus der Berliner Staatskapelle hervorgegangenen Orchester des Wandels statt. Das Konzert stand unter dem Motto "Dies irae" und sollte die Betroffenheit der Musiker angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Artensterben und Massenmigration zum Ausdruck bringen.

Unter der künstlerischen Leitung der Geigerin Patricia Kopatchinskaja kamen neben dem gregorianischem Hymnus "Dies irae" und einem Byzantinischen Gesang  zu Psalm 140 arrangiert und gespielt von Patricia Kopatchinskaja unter anderem ein Violinkonzert des amerikanischen Komponisten und Pianisten Michael Hersch (2015/2017) sowie die Komposition Nr. 2 "Dies irae" für Kontrabaß, Schlagzeug und Klavier von Galina Ustwolskaja (1972/73) zur Aufführung. Die musikalische Leitung hatte der Pianist und Dirigent Günther Albers.

Der Erlös des Konzerts ging an das Renaturierungsprojekt "New Life on Lower Pruth River" in Moldawien, der Heimat von Patricia Kopatchinskaja. Die Auen des Pruth, ein Nebenfluss der Donau, sind vom Klimawandel und von einer wenig nachhaltigen Landwirtschaft bedroht. Das Renaturierungsprojekt in den Auenwäldern des Flussdeltas wurde vom WWF speziell für das Orchester des Wandels aufgelegt.

Hamburger Menetekel

24./25./26. Mai 2019 jeweils 15.30 Uhr

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

24./25./26. Mai 2019 jeweils 15.30 Uhr

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Die Wände der Gebäude, Straßenschilder, Unterführungen der Stadt sind voller Schriftzeichen und Gemälde. Kündigen diese wie zu Zeiten des babylonischen Herrschers Belsazar den baldigen Untergang an? Was können wir aus ihnen für die Zukunft lesen? Im Rahmen einer breit angelegten Forschungsarbeit zur Zukunft der Stadt Hamburg haben Hamburger Schüler*innen aus allen sieben Stadtbezirken die Zeichen an den Hamburger Wänden gelesen und gedeutet. Die daraus abgeleiteten Zukunftsprognosen wurden am 22. Februar 2019 auf einer Pressekonferenz im SchauSpielHaus  vorgestellt. Auf einem futurologischen Kongress vom 24. bis 26. Mai 2019 diskutierten die Schüler dann gemeinsam mit Expert*innen verschiedener Wissenszweige die durch die Prognosen aufgeworfenen Zukunftsfragen. Höhepunkt an jedem der drei Tage war die Graffiti-Oper, in der ausgehend von Händels Oper "Belshazzar" das Symphonieorchester "Junge Symphoniker", ein 70-köpfiger Sprechchor, namhafte Wissenschaftler*innen und  Schauspieler*innen des Ensembles eine doku-fiktionale Oper aufführten. Das Projekt wird von Ron Zimmering und dem Hamburger Graffitimuseum geleitet.

Seit September 2018 waren Hamburger Schüler in allen Stadtteilen Hamburgs unterwegs, um Graffitis zu dokumentieren und auf ihren Zukunftsgehalt hin zu prüfen.

Re-enlightenment?

29. April bis 3. Mai 2019

Leopoldina, Halle (Saale)

29. April bis 3. Mai 2019

Leopoldina, Halle (Saale)

Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens veranstaltet die Global Young Academy eine Konferenz zum Thema ”Re-enlightenment? Truth, reason and science in a global world“. In sogenannten postfaktischen Zeiten, in denen Fakten in politischen Auseinandersetzungen keine Rolle mehr spielen, da immer mehr Menschen ihre Gefühle an die Stelle von Fakten setzen, ist Aufklärung ein heftig diskutiertes Thema. Vor diesem Hintergrund will die Global Young Academy darüber diskutieren, welche Bedeutung der Wissenschaft in der globalisierten Gesellschaft zukommt und was sie zur Lösung der bestehenden Probleme beitragen kann. Dabei versteht die Global Young Academy unter Aufklärung ein umfassendes und globales Konzept, das auf Wirklichkeit und Wahrheit gründet und Werten wie kritischem Denken, Freiheit und wissenschaftlicher Leistung verpflichtet ist. Eines der Konferenzpanel hat die drei Bereiche der Kultur zum Thema, die auch im Mittelpunkt der Tätigkeit der Stiftung kulturelle Erneuerung stehen: Wissenschaft, Kunst und Religion. Im Panel „Different paths to truth: science, art, religion“ soll unter anderem der Frage nachgegangen werden, welche Rolle künstlerische Aktivitäten und insbesondere die Ästhetik, aber auch die Bereiche Religion und Sport für die individuelle Zufriedenheit und das gesellschaftliche Wohlbefinden spielen und inwieweit die Wissenschaft dies bei ihren Analysen und Schlussfolgerungen berücksichtigen sollte.

Die Global Young Academy ist eine internationale Gesellschaft junger Wissenschaftler. Sie will Nachwuchswissenschaftler unterschiedlicher Länder und Disziplinen zusammenbringen, um Lösungen für globale Probleme zu erarbeiten, junge Menschen ermutigen, sich in der Wissenschaft zu engagieren und eine Wissenschaftskultur etablieren, in der wissenschaftliche Exzellenz mehr gilt als Seniorität.

Near and Elsewhere

Premiere am 27. Oktober 2018 beim Filmfestival von Jihlava

Premiere am 27. Oktober 2018 beim Filmfestival von Jihlava

Wo finden wir Zukunftsvisionen, Hoffnungen oder sogar Utopien abseits der Utopie eines grenzenlosen Wachstums? Wie kann sich die unsere Gesellschaft angesichts der aktuellen ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen  Herausforderungen weiterentwickeln?Die Filmregisseure Sue-Alice Okukubo und Eduard Zorzenoni haben sich auf die Suche gemacht. In ihrem Essay-Dokumentarfilm "Near and Elsewhere" sprechen sie mit sechs außergewöhnlichen ExpertInnen, unter ihnen die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch, die Soziologin Elena Esposito, die Marsforscherin Christiane Heinicke sowie den Kulturwissenschaftler Joseph Vogl. Darüber hinaus erzählen sie die Geschichte von drei Menschen, die an einem merkwürdigen Ort gestrandet sind und zwischen bizarren Gebäuden und kargen Landschaften vor der Herausforderung stehen, einen neuen Lebensweg zu finden. Gemeinsam mit den Experten entwerfen sie provokante und nachdenkliche Visionen für eine bessere Zukunft.

Der Film hatte am 27. Oktober 2018 im Rahmen des Filmfestivals von Jihlava in Tschechien Premiere.

Der deutsche Filmstart war am 21. März 2019.

Das Programm einer Erneuerung der Kultur

Studie von Volker Gerhardt

Studie von Volker Gerhardt

Menschen waren von alters her darauf bedacht, die zerstörerischen Seiten ihres kulturgeleiteten Wirkens auf die eine oder andere Weise zu kontrollieren. Zu diesen Selbstschutzmechanismen gehören die Religionen, aber auch bestimmte Aspekte der Geisteswissenschaften, namentlich der Philosophie und der Künste, bis hin zu Mythen, Legenden und Märchen.

Wie dieses Wechselspiel von Aktion und Kontrollaktion im abendländischen Kulturkreis aussehen könnte, untersucht der Philosoph Volker Gerhardt in einer Studie. Dabei beschäftigt er sich unter anderem damit, welche Beiträge die Philosophie zu Fragen der Kultur und ihrer Entwicklung geleistet hat. In einem weiten Bogen von Platon über Augustinus, Rousseau und Kant bis hin zu Marx und Nietzsche werden wichtige Stationen der Kulturtheorie beleuchtet, um anschließend eine Bewertung aus Sicht des 20. und 21. Jahrhunderts vorzunehmen.

Die Ergebnisse der Studie wurden am 15./16. Mai 2019 in einem Kolloquium zur Diskussion gestellt.

Wege zur kulturellen Erneuerung

11./12. Februar 2019

Meisterhof, Bad Wiessee

11./12. Februar 2019

Meisterhof, Bad Wiessee

Die menschliche Kultur ist janusköpfig. Sie hat die Menschen zur alles dominierende Spezies werden lassen und sie zugleich in existentielle Bedrängnis gebracht. Dabei dürften sich die Menschen schon früh dieser Ambivalenz bewusst gewesen sein. Jedenfalls sind sie von alters her darauf bedacht, die dunklen, zerstörerischen Seiten ihres kulturgeleiteten Wirkens auf die eine oder andere Weise zu kontrollieren. Zu diesem Selbstschutzmechanismus gehören zweifellos die Religionen, aber auch bestimmte Aspekte der Geisteswissenschaften, namentlich der Philosophie, und der Künste bis hin zu Mythen, Märchen, Ritualen.

Wie diese Bereiche im Lichte der Religionsgeschichte Indiens und Chinas für einen kulturellen Wandel aktiviert werden könnten, hat der Religionswissenschaftler Michael von Brück für die Stiftung kulturelle Erneuerung in einer Studie untersucht. Seine Thesen wurden am 11./12. Februar in einem Kolloquium am Meisterhof bei Bad Wiessee zur Diskussion gestellt.